DEUTSCHE AM STRAND

Erzäh­lung

Am Strand war von den Deut­schen nichts zu sehen. Wir guck­ten uns die Augen wund, mei­ne Mut­ter und ich; nichts. Mein Vater schleif­te die blaue Ikea-Tasche hin­ter sich her. Sie hin­ter­ließ eine tie­fe Spur, in der sei­ne Fuß­ab­drü­cke ver­schwan­den. Mei­ne Mut­ter hat­te nur Ziga­ret­ten und ein Feu­er­zeug dabei.

Lesen

ALLES MIT NACH OBEN

Erzäh­lung

Wir kom­men mit als Letz­te oben an und krie­gen nur noch einen Park­platz hin­term Orts­schild. Die Kapel­le ist so voll, wir ste­hen drau­ßen. Gibt es jetzt noch eine Mes­se? Nur einen Segen, heißt es. Darf man die Hän­de in die Taschen, wenn man drau­ßen steht? Ich muss, ich hab kei­ne Hand­schu­he mit.

Lesen

WIENER PLATZ

Erzäh­lung

Irgend­wann lief er nur noch in einem engen Kreis: »TOD DEM GANZEN LAND! TOD DEM GANZEN LAND! TOD DEM GANZEN LAND!« und immer so wei­ter, bis ihm die Stim­me weg blieb, und ich dach­te: Gleich weint er. Ein Auto — wirk­lich das ein­zi­ge in der gan­zen Zeit? — kam fast zum Ste­hen, bis er einen Satz drauf zu mach­te und es ver­jag­te.

Lesen

WO BLEIBT DENN NUR JEAN-CLAUDE?

Erzäh­lung

Der gan­ze Platz bestand aus einer Wie­se und vier ver­ram­mel­ten Block­hüt­ten. Im Wasch­haus gab es aus­schließ­lich Behin­der­ten­toi­let­ten; in den rie­si­gen Dusch­ka­bi­nen sam­mel­te sich das Laub. Ich bau­te mein Zelt auf, stell­te den Gas­ko­cher mit­ten rein und setz­te mich nackt vor die Flam­me.

Lesen

POLNISCHER ABGANG

Erzäh­lung

Bar­ba­ra am Strand, den Rücken zu mir, den Hin­tern aus­ge­stellt, die Hän­de auf den Hüf­ten, den Blick in Rich­tung Son­nen­un­ter­gang. Trot­zend, aber still. Eine dunk­le Flä­che, hin­ter der die Son­ne her­vor­strahlt. Ich sehe nur, dass ihr auf der lin­ken Backe der Stoff ver­rutscht ist. Da klebt der Sand auf der Haut, der auch beim Duschen nie ganz weg­geht, und der mir nach­her zwi­schen den Zäh­nen knirscht.

Lesen

KOTZE FUNGHI

Erzäh­lung

Der klei­ne Patrick durf­te nicht mit zum Strand. Schei­ße­rei. Jetzt sitzt er bei uns im Küchen­zelt. Behin­dert in dem Sin­ne ist er nicht, aber auch nicht so rich­tig da. Zu klein für sein Alter, aber nicht klein­wüch­sig. Löst den gan­zen Tag Sudo­kus, aber weiß nicht, wie die Mona­te hei­ßen. Kein Fisch, kein Fleisch, der Jun­ge. Dazu die dicken Lip­pen, und immer quillt der Spei­chel durch die schie­fen Zäh­ne.

Lesen

AM ENDE FEHLEN VIER MINUTEN

Erzäh­lung

Jetzt guck mich halt nicht so an. Der Bus macht bestimmt noch mal auf. War­um sagt sie denn nichts? Der Typ hat ’n Mes­ser. Ich mach das jetzt ein­fach. Sonst geb ich ihm halt die Han­dys, die Uhr … Ich glaub ich nehm ihn mit drauf: die Schö­ne und das Biest. Hof­fent­lich war­tet das Taxi. Vier Minu­ten.

Lesen

DAS ROTE AUTO

Erzäh­lung

Das Mäd­chen schaut auch nach rechts. Man könn­te mei­nen, sie hät­ten bei­de Angst vor dem Moment, wenn sie der Bild­rand erreicht. Noch sind sie im Aus­schnitt, aber sie müs­sen mit­zie­hen, sonst könn­te es knapp für sie wer­den. Dabei könn­te es eine sol­che Erleich­te­rung sein, wenn die­ser Blick von ihnen ablie­ße. 

Lesen