humbug

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»Is there a peculiar flavour in what you sprinkle from your torch?« asked Scrooge.
»There is. My own.«

© Tobias Schmidt 2015

»Ja, wie Sie sehen: Ich bin die Gegenwart. Nicht schön, tierisch nervig, aber irgendwie doch so ›liebenswert behindert‹, sag ich immer. Ich weiß, dass ich nichts weiß. Ich rausche augenblicklich ins Vergangene und wandle mich in das, was eben noch die unbekannte Zukunft war, doch bleibe ich stets das, was ich gerade bin: Gegenwart ist die Gegenwart ist die Gegenwart ist die Gegenwart. Man steigt nie zweimal in denselben Fluss, denn der Fluss ist nicht derselbe, und icke bin et ooch nich.«

Zum Stück

Wie leben wir zusammen — während auf der ganzen Welt der Terror wütet, Millionen von Menschen auf der Flucht sind, Deutschland mit Europa nach rechts rückt? Wie erlebt das die Jugend, die zwischen ungekannter Vielfalt und einem erniedrigenden Leistungsdruck steht? Glauben wir eigentlich immer noch an Freud? An Kant? An Gott? Wann hat Onkel Adolf seinen Auftritt? Und was soll uns denn der alte Charles Dickens noch dazu sagen? Alles das zur Weihnachtszeit, wo wir eh schon im Kitsch ersaufen.

Oder haben sich da etwa noch Werte versteckt? Gibt es etwa Möglichkeiten, als fühlender Mensch ein deutsches Gymnasium zu verlassen?

Jugendtheater muss keine beschwichtigenden Antworten geben. Es kann auch mal den Asphalt aufreißen. HUMBUG war meine schönste Auftragsarbeit. Ich wünsche mir, dass es noch an vielen Schulen und Theatern zu sehen sein wird.

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Uraufführung

10. Dezember 2015, EvB-Gymnasium, Wipperfürth

Regie: Tobias Schmidt
Bühnenbild: Annika Erlenkötter
Musik: Patrick Peuler
Schülerinnen und Schüler des E.v.B.-Gymnasiums, Wipperfürth

Presse

Ist Weihnachten nur Humbug? (Bergische Landeszeitung, 08.12.2015)