DEUTSCHE AM STRAND

Am Strand war von den Deutschen nichts zu sehen. Wir guckten uns die Augen wund, meine Mutter und ich; nichts. Mein Vater schleifte die blaue Ikea-Tasche hinter sich her. Sie hinterließ eine tiefe Spur, in der seine Fußabdrücke verschwanden. Meine Mutter hatte nur Zigaretten und ein Feuerzeug dabei.

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POLNISCHER ABGANG

Barbara am Strand, den Rücken zu mir, den Hintern ausgestellt, die Hände auf den Hüften, den Blick in Richtung Sonnenuntergang. Trotzend, aber still. Eine dunkle Fläche, hinter der die Sonne hervorstrahlt. Ich sehe nur, dass ihr auf der linken Backe der Stoff verrutscht ist. Da klebt der Sand auf der Haut, der auch beim Duschen nie ganz weggeht, und der mir nachher zwischen den Zähnen knirscht.

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KOTZE FUNGHI

Der kleine Patrick durfte nicht mit zum Strand. Scheißerei. Jetzt sitzt er bei uns im Küchenzelt. Behindert in dem Sinne ist er nicht, aber auch nicht so richtig da. Zu klein für sein Alter, aber nicht kleinwüchsig. Löst den ganzen Tag Sudokus, aber weiß nicht, wie die Monate heißen. Kein Fisch, kein Fleisch, der Junge. Dazu die dicken Lippen, und immer quillt der Speichel durch die schiefen Zähne.

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DAS ROTE AUTO

Das Mädchen schaut auch nach rechts. Man könnte meinen, sie hätten beide Angst vor dem Moment, wenn sie der Bildrand erreicht. Noch sind sie im Ausschnitt, aber sie müssen mitziehen, sonst könnte es knapp für sie werden. Dabei könnte es eine solche Erleichterung sein, wenn dieser Blick von ihnen abließe.

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ALLES MIT NACH OBEN

Wir kommen mit als Letzte oben an und kriegen nur noch einen Parkplatz hinterm Ortsschild. Die Kapelle ist so voll, wir stehen draußen. Gibt es jetzt noch eine Messe? Nur einen Segen, heißt es. Darf man die Hände in die Taschen, wenn man draußen steht? Ich muss, ich hab keine Handschuhe mit.

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WO BLEIBT DENN NUR JEAN-CLAUDE?

Der ganze Platz bestand aus einer Wiese und vier verrammelten Blockhütten. Im Waschhaus gab es ausschließlich Behindertentoiletten; in den riesigen Duschkabinen sammelte sich das Laub. Ich baute mein Zelt auf, stellte den Gaskocher mitten rein und setzte mich nackt vor die Flamme.

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WIENER PLATZ

Irgendwann lief er nur noch in einem engen Kreis: »TOD DEM GANZEN LAND! TOD DEM GANZEN LAND! TOD DEM GANZEN LAND!« und immer so weiter, bis ihm die Stimme weg blieb, und ich dachte: Gleich weint er. Ein Auto — wirklich das einzige in der ganzen Zeit? — kam fast zum Stehen, bis er einen Satz drauf zu machte und es verjagte.

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AM ENDE FEHLEN VIER MINUTEN

Jetzt guck mich halt nicht so an. Der Bus macht bestimmt noch mal auf. Warum sagt sie denn nichts? Der Typ hat ’n Messer. Ich mach das jetzt einfach. Sonst geb ich ihm halt die Handys, die Uhr … Ich glaub ich nehm ihn mit drauf: die Schöne und das Biest. Hoffentlich wartet das Taxi. Vier Minuten.

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